Unser Dorf

Feldkirch

„Veltchilcha“ entstand im 7./8. Jahrhundert als grundherrlicher Kirchenplatz. Eine erste verlässliche schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1160 – in einem Pachtvertrag eines Ritters namens Burkart. Feldkirch, das bedeutete so viel wie „Kirche auf freiem Feld“. Die ersten bekannten Ortsherren von Feldkirch waren die Herren von Uesenberg. Nach deren Tod wechselten die Besitzer immer wieder: Die Markgrafen von Baden, die Herren von Staufen, die Herren von Krozingen. Wohl um 1360 wurde die gotische Kirche St. Martin errichtet. 1475 lebten zehn Familien im Dorf.

Die mehrere Jahrhunderte dauernde Ortsherrschaft der Familie von Wessenberg, die um 1577 das Schloss Feldkirch erbaute, begann im Jahr 1562. Der Dreißigjährige Krieg spielte Feldkirch übel mit, da die Familie von Wessenberg erklärter Gegner der feindlichen Schweden war. So wurden Schloss, Kirche und Ort beinahe völlig verbrannt.

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Wappen von Feldkirch

Das Schloss wurde von 1680 bis 1687 neu erbaut und 1690 umgebaut, bis es weitgehend seine heutige Gestalt erhielt. Die Kirche wurde 1748 umgebaut und vergrößert. Mit Ignaz Heinrich von Wessenberg hatte Feldkirch eine berühmte Persönlichkeit. Er galt als Aufklärer in der katholischen Kirche und schreckte nicht davor zurück, sich mit dem Papst anzulegen. Nach 1817 lebte er in Feldkirch und empfing im Schloss zahlreiche Besucher.
Im Jahre 1866 endet die Präsenz der Wessenberger in Feldkirch. Seit dieser Zeit wechselte das Schloss häufig seine Besitzer. 1899 kam der Bürgermeister Heinrich Rinderle in den Besitz des Schlosses. Großzügig verteilte er die Felder an die Bauern der Gemeinde.
Wer sich mit der Geschichte Feldkirchs befasst, kommt an einer Person nicht vorbei: Das Wirken der Schriftstellerin Sibylle Bedford prägt den Ort bis heute. Sie verbrachte ihre Jugendjahre mit ihrem Vater im Feldkircher Schloss. 60 Jahre später setzte sie Feldkirch als mittlerweile sehr erfolgreiche Autorin mit dem autobiographischen Roman „Zeitschatten“ ein Denkmal. Hierin beschrieb sie den Ort sehr detailliert: „Es war ein kleines Dorf, eine lange, ungepflasterte Straße, ein paar Gassen, etwa zweihundertfünfzig Einwohner in weniger als fünfzig Häusern. Sie teilten sich vier Familiennamen. Rinderle, Faller, Martin und Hauser.“
Im Jahre 1960 konnte die umfassende Restaurierung der Martinskirche abgeschlossen werden. 1964 feierten die Feldkircher den Neubau der Wessenbergschule. 10 Jahre später, 1974, weihte man den Martinskindergarten ein. In diesem Jahr fand auch die Eingemeindung nach Hartheim statt. Im Zuge des 1250-jährigen Jubiläums wurde 2011 die Seltenbachhalle mit Kindergarten eröffnet.

 

Quelle: Gemeinde Hartheim am Rhein, Badische Zeitung